Weniger Mama, mehr ich - So klappt's

Shownotes

Gleichberechtigung zu leben ist nicht leicht - besonders als Mama! Irgendwie ist man dann doch immer diejenige, die mehr Zeit mit dem Kind verbringt, Arzttermine vereinbart und nebenbei noch den Haushalt schmeißt. Mela geht's da nicht anders. Aber sie will raus aus diesem Teufelskreis. Und deswegen spricht sie in dieser Folge über Mikrofeminismus. Oder anders gesagt: Mit welchen kleinen Veränderungen sie sich mehr Freiheiten im Mama-Alltag erkämpft. Los geht's schon bei der Me-Time. Anstatt die kostbare Zeit mit schlechtem Gewissen und in Gedanken beim Kind zu verbringen, schaltet Mela wirklich mal ab und sagt sich ganz aktiv: "Du hast diese Zeit verdient". Wie sie und ihr Partner Felix die Alltags-Aufgaben unter sich aufteilen, um ihrem kleinen Sohn nicht die klassischen Rollenbilder vorzuleben, wie Mela es schafft, die Kontrolle abzugeben und sich nicht immer für alles verantwortlich zu fühlen und warum es für unsere Kinder so wichtig ist, dass wir Mamas uns gegenseitig supporten und nicht miteinander konkurrieren, hört ihr in der Folge.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo ihr Lieben da draußen, hier spricht Mella, willkommen zu einer neuen Folge hier beim Mama Talk Podcast.

00:00:14: Ich freue mich wie immer sehr über den Austausch mit euch und diese kleine Therapiestunde für mich.

00:00:22: Ich liebe es auch immer mal wieder Ausschau zu halten nach neuen Themen und da hat mich mal wieder jemand inspiriert.

00:00:30: Ich muss unbedingt mal kurz rausdrucken wie genau sie heißt.

00:00:33: Sie ist eine meiner Dieblings-Bloggerinnen geworden.

00:00:36: Zaki anpluggt, ich weiß nicht ob ich in Namen richtig sage, schaut gerne bei ihr vorbei.

00:00:42: Sie hat mich inspiriert zu dem Thema, dass ich mich teilweise in meinem Mama-Alltag so gefangen fühle.

00:00:48: Ich habe das Gefühl, ich muss für jede kleine neue Freiheit kämpfen im Alltag.

00:00:54: Ich gebe euch ein Beispiel.

00:00:56: Wir schaffen es teilweise ja schon ganz gut, dass wir uns ein bisschen Wellness-Freiräume geben.

00:01:02: Wir gehen öfter mal abwechselnd in so eine Terme hier in der Nähe bei uns auf dem Land.

00:01:06: Aber immer wenn ich dahin fahre, habe ich trotzdem noch dieses kleine schlechte Gewissen im Gepäck.

00:01:10: Beziehungsweise bin ich immer gehetzt und gestresst, weil ich die Zeit, die wenige Zeit, die mir jetzt wirklich gegeben wird,

00:01:16: ausnutzen muss.

00:01:18: Und wisst ihr was? Dafür gibt es einen Begriff, den wir uns alle hinter die Löffel schreiben dürfen.

00:01:24: Das bedeutet nämlich Mikrofeminismus.

00:01:28: Wir haben das hier ja auch auf der Agenda stehen, auch in der Bio bei Insta,

00:01:32: dass wir uns hier immer mal mehr, mal weniger mit den feministischen Themen rund um Mutterschaft auch gerne auseinandersetzen wollen.

00:01:39: Ich glaube, das kommt auf jeden Fall immer rüber in den Folgen, wenn es um Gleichberechtigung geht.

00:01:44: Wir hatten ein Interview mit Equally, mit den zwei Gründerinnen, die Gleichberechtigungstests für den Alltag entworfen haben,

00:01:51: wer welche Aufgaben macht.

00:01:53: Aber sind wir alle mal ehrlich, wir sind mit diesen Stereotypen aufgewachsen.

00:01:57: Unsere Großeltern, auch unsere Eltern haben uns diese fest verankerten Rollenbilder noch vorgelebt.

00:02:04: Und deswegen ist es einfach so hart, sich als Mama auch noch daraus Freiheiten zu erschaffen und sich diese fast erkämpfen zu müssen.

00:02:12: Oder fühlt ihr es auch? Ich fühle es sehr.

00:02:15: Und deswegen möchte ich heute mit euch über das Thema Mikrofeminismus als Mama sprechen,

00:02:21: wie wir uns unsere kleinen Alltagsfreiheiten abkämpfen als Mama.

00:02:25: Und da habe ich mir ein paar Sachen aufgeschrieben.

00:02:28: Wir gehen mitten rein in das Thema Stichwort Delegation.

00:02:34: Wer kennt es nicht auch?

00:02:37: Wir wollen endlich unabhängiger sein.

00:02:40: Wir wollen nicht immer diejenige sein, die an die Arzttermine des Kindes denkt,

00:02:44: die an Geburtstagsgeschenke kaufen, denkt für auch noch Schwiegermutter und Co.

00:02:50: Aber wie soll es bitte gehen?

00:02:53: Stichwort Delegation. Wollen wir delegieren?

00:02:55: Bedeutet delegieren in dem Sinne, dass wir auch noch die To-do-Listen für den Mann mitschreiben?

00:03:00: Ich weiß es nicht.

00:03:02: Ich finde, und das haben auch Felix und ich schon in den Jahren vor unserer Elternschaft geschafft,

00:03:09: man muss diese Themen vor dem Kind auf den Tisch bringen.

00:03:13: Und ich finde, es gibt ganz viele auch radikale Influencer*innen, Feminist*innen da draußen.

00:03:20: Die haben sicherlich auch ihre Berechtigung.

00:03:23: Aber es ist nicht so einfach zu sagen, immer den Mann in den Wind zu schießen und sich einen neuen Mann zu suchen.

00:03:29: Weil gibt es wirklich diese Männer, die das alle schon von ganz alleine können?

00:03:33: Ich glaube nicht, weil, wie ich schon eingangs erwähnt habe,

00:03:36: ist das eine Historie, die sich gesellschaftlich so entwickelt hat.

00:03:39: Frau steht am Herd, klassische Reuenverteilung, Mann bringt das Geld an.

00:03:43: Ja, und dabei sind wir doch gerade erst jetzt dabei, uns da ein bisschen zu vermischen und zu sortieren.

00:03:51: Und was bedeutet das?

00:03:53: Kommunizieren, genau.

00:03:55: Ich weiß, es anstrengend, super anstrengend.

00:03:57: Felix und ich sind seit mittlerweile 7, 8 Jahren ein Paar.

00:04:00: Wir haben kein richtiges Datum.

00:04:02: Wir sind in Anführungszeichen noch nicht verheiratet.

00:04:06: Keine Ahnung, ob das irgendwann dazu kommen wird.

00:04:09: Ich bin Breut.

00:04:10: Felix, ich schicke dir mal die Fotos.

00:04:12: Spaß beiseite.

00:04:14: Ja, wir sind gerade alle dabei, uns zu finden in diesen neuen vermischen Rollen.

00:04:20: Und plötzlich werden auch die Männer mit ganz anderen Erwartungshaltungen,

00:04:24: die an sie herangetragen werden, konfrontiert.

00:04:27: Jetzt sollen sie plötzlich auch der emotional verfügbare Papa sein.

00:04:30: Sind trotzdem meist noch Hauptverdiener.

00:04:33: Aber sollen bitte trotzdem auch abends das Kind ins Bett bringen?

00:04:36: Sollen auch die Arzttermine machen?

00:04:38: Also ja, ich finde diesen Begriff Delegation deshalb etwas schwierig,

00:04:42: weil einerseits möchte ich nicht noch ein Kind, ein Kind mehr, mein Mann,

00:04:46: zusätzlich zu Hause haben und für den die To-do-Listen schreiben.

00:04:49: Aber ich bin auch nicht diejenige, die sagt, es gibt nur den einen Mann,

00:04:54: und zwar der soll schon auf dem gleichen Level wie ich sein,

00:04:57: nämlich alles gleichzeitig handhaben können.

00:05:00: Denn so bin ich als Frau und Mama geprägt und aufgewachsen.

00:05:04: Aber diese Erwartungshaltung können wir vielleicht irgendwann in,

00:05:07: ich weiß nicht, wie viele Jahre wieder für wir noch brauchen, für diese ganze Arbeit,

00:05:10: können wir vielleicht in 50 Jahren, vielleicht auch schon schneller,

00:05:14: ich glaube unsere jetzigen Kinder, okay, wenn die erwachsen sind,

00:05:17: vielleicht auch schon in 20 Jahren, vielleicht auch sogar noch ein bisschen eher.

00:05:20: Oh, keine Ahnung, gibt gerne Tipps ab, kommentiert gerne,

00:05:23: was für euch realistisch ist, ab wann Männer in den neuen Generationen wirklich,

00:05:29: ja, soweit sind, Selbstverantwortung zu übernehmen für diese ganzen Themen

00:05:34: und wirklich eigenständig an Vereinbarn von Arzttermin und Co. denken können.

00:05:39: Also Felix ist da auch schon echt gut mit dabei,

00:05:41: habe ich auch vor allem an der Elternzeit gemerkt,

00:05:43: als er die komplett hatte und die komplette Eingewöhnung etc. pp. übernommen hat.

00:05:48: Ich muss auch nie Einkaufslisten oder so viel schreiben.

00:05:50: Ausgibt trotzdem noch Themen, wo ich auf jeden Fall viel, viel mehr involviert bin,

00:05:53: er hat auch noch nie Klamotten für unser Kind gekauft, zum Beispiel.

00:05:57: Genau, dann finde ich gehört zu dem wichtigen Thema Mikrofeminismus,

00:06:04: was natürlich diese ganzen kleinen alltäglichen Handlungen im Alltag bedeutet,

00:06:10: die feministische Werte fördern können.

00:06:14: Und zwar ohne, dass sie richtig radikal oder laut und revolutionär sein müssen,

00:06:19: also Mikrofeminismus bedeutet wirklich, was können wir für uns auch als Mama

00:06:24: und für die nachfolgenden Generationen tun im Alltag,

00:06:29: dass wir eine gleichberechtigte Partnerschaft leben können

00:06:32: und gleichzeitig als Mama ist auch diese Freiheiten eigentlich wieder mehr zu spüren bekommen,

00:06:35: ohne uns schlecht dabei zu führen.

00:06:37: Und ich finde, da gehört ganz, ganz doll dazu,

00:06:40: dass wir auch die Rollenbilder unserer Kinder hinterfragen.

00:06:43: Wir versuchen das schon immer ganz doll darauf zu achten,

00:06:45: dass wir nicht diese klassischen blauen, rosa Farben nehmen

00:06:48: und unser kleiner Sohn wird auch immer wieder mit "oh sie ist aber süß" angesprochen.

00:06:53: Was ich total faszinierend finde, weil wir eher geschlechtsneutral versuchen anzuziehen,

00:06:58: das Wort finde ich auch immer ein bisschen schwierig,

00:07:00: weil Farben sind doch für alle da. Also welche Farbe ist neutral?

00:07:05: Weißt ihr, was ich meine? Also ja, es ist so sehr geprägt,

00:07:09: einfach das rosa für Mädchen und blau für Jungs steht.

00:07:12: Aber ich wünschte mir, dass diese Farben einfach wieder für alle zugänglich sind

00:07:16: und mein Sohn nicht in Beige und Creme rumlaufen muss,

00:07:19: nur weil das geschlechtsneutral ist, wisst ihr?

00:07:21: Ja, also wir kleiden ihn demnach eher buntwürdig behaupten

00:07:26: und scheinbar geht das dann mehr in die feminine Art,

00:07:30: weil er wird immer mehr mit sie angesprochen,

00:07:32: als mit er, wenn man mal in den Pronomen denkt.

00:07:35: Genau und für mich ist es eher mal so ein kleines Schmunzel in der Licht,

00:07:38: dass ich so denke, ja, check, wir haben die Rollenbilder durchbrochen.

00:07:43: Ja, finde ich voll wichtig in der Art.

00:07:46: Ich merke auch, dass das bei uns Themen sind,

00:07:49: wo auch immer mal Konfliktpotenzial vorherscht,

00:07:52: wo ich mich auch selber hinterfrage.

00:07:54: Ich z.B. fahre nicht so gerne Auto, Felix wird immer sehr gerne Auto

00:07:58: und will ich, dass mein Sohn damit diesen Klischee aufwächst.

00:08:01: Deswegen versuche ich mich auch manchmal da selber zu pushen,

00:08:04: wenn wir zusammen Auto fahren, auch mir den Druck zu nehmen,

00:08:06: dass ich nicht immer auf dem Rücksitz die Entertainerin bin.

00:08:09: Ich weiß, ich bin teilweise auch sehr streng mit mir selbst

00:08:12: und vielleicht denkt ihr auch, oh Gott,

00:08:14: sie muss euch über alles den Kopf zerbrechen.

00:08:16: Aber deswegen habe ich ein Podcast,

00:08:19: um diese Gedanken mit euch teilen zu können.

00:08:22: Also ist doch cool.

00:08:23: Ich belastet euch mehr Felix jeden Tag mit diesen ganzen Gedanken.

00:08:26: Ich kann sie hier rauslabern und habe bestenfalls auch noch

00:08:29: einen Mehrwert geschaffen für euch da draußen.

00:08:31: Bitte schön.

00:08:33: Und danke auch an mich, weil sie schwören halt nicht mehr

00:08:35: in meinem Kopf, um die ganze Zeit die Gedanken.

00:08:37: Und ich versuche auch, sanfter mit mir selbst zu sein

00:08:40: und nicht so hart ins Gericht zu gehen.

00:08:42: Aber das sind die Dinge, die mich beschäftigen

00:08:45: und die auch nachfolgende Generation prägen.

00:08:48: Und deswegen versuche ich da auch wirklich,

00:08:50: unsere Geschlechterklischees zu hinterfragen.

00:08:53: Ist ja auch so, Felix läuft auch nicht in rosa rum.

00:08:57: Ich laufe schon in blau rum.

00:08:58: Also ich finde für eine Frau ist das auf jeden Fall auch schon

00:09:00: viel leichter aufgebrochen.

00:09:02: Oder Felix läuft nicht in Kleidern rum.

00:09:04: Ich kenne auch Paare oder Influencer in den Paare,

00:09:09: die ihren Jungs auch mittlerweile Kleider anziehen,

00:09:13: die jetzt nicht so klassisch mit Rüchen oder irgendwas sind.

00:09:16: Aber wo einfach dieser luftige Mehrwert vielleicht

00:09:19: in einem Sommer auch unten, wenn das wie so eine eingenähte Hose

00:09:22: noch drin ist, dass man es nicht direkt die Unterwäsche

00:09:24: oder so sieht, wenn man mal tobt.

00:09:26: Ja, was aber auf dem ersten Blick aussieht wie ein Kleid,

00:09:29: wo dann auch immer die bösen oder ...

00:09:33: erschrockenen Blicke der Großeltern kommen.

00:09:36: Oder in unserem Fall auch mittlerweile vielleicht schon

00:09:39: Urgruseltern.

00:09:40: Ich würde sagen, wir sind auch sehr gesegnet schon mit einer

00:09:42: offenen Großeltern-Familie für unseren Kleinen.

00:09:46: Aber ja, das ist trotzdem das, was noch nicht ganz da ist,

00:09:49: aber was grad so in den Anfängen zu spüren ist, finde ich.

00:09:52: Und deswegen lasst doch mal auf diesen Zug mit aufspringen.

00:09:55: Und pickt euch einfach aus der Folge raus, was für euch passt.

00:09:58: Und wenn ihr irgendwo Augen dreher oder so habt,

00:10:01: schaut einfach drüber weg, packt sie erst noch mal irgendwie

00:10:04: hinten in den Hinterkopf und vielleicht kommt es doch noch mal

00:10:06: irgendwie zum Tragen.

00:10:09: Genau, weil auch diese ganzen Stereotypen gibt man ja auch

00:10:11: in Büchern, in Spielsachen und in Medien weiter.

00:10:14: Deswegen finde ich, dass man da auch bewusst wählen sollte.

00:10:17: Wir haben auch ganz, ganz früher, als Alina noch mit

00:10:19: on-board war, meine Folge zu Medienkonsum von Kindern

00:10:22: gemacht, da haben wir so ein bisschen Disney-Filme hinterfragt.

00:10:25: Und auch unsere eigenen Lieblings-Disney-Filme.

00:10:27: Was für krasse, teilweise auch sexistische Stereotypen da drin waren.

00:10:33: Sei es Pocker-Honters, das ist schon mal ganz in Frage zu stellen,

00:10:37: mit indigene Bevölkerung etc.

00:10:40: Aber trotzdem auch immer diesen sexy BH-Outfit darum zu rennen.

00:10:45: Ich glaube Kommunikation ist auch hier einfach das A und O.

00:10:48: Sich vielleicht auch erstmal den Ding bewusst zu werden über

00:10:51: Bücher, Weiterbildung etc.

00:10:54: Und dann das vielleicht auch kommunizierend an seine

00:10:58: Kinder weiterzugeben, weil sind wir immer ehrlich,

00:11:00: wir können das jetzt nicht von Werbeplakaten von heute auf

00:11:03: morgen sexistische Werbung verbannen, aber wir können darüber

00:11:06: sprechen und wir können auch bei uns selber hinschauen,

00:11:09: wie wir uns selber kleiden und wie wir diese Dinge halt einfach

00:11:12: an unsere Kinder weitergeben wollen.

00:11:14: Und ich finde es besonders wichtig, dass hier die Jungs,

00:11:18: die nachfolgenden Männergenerationen schön an die Hand genommen

00:11:22: werden und bewusster in diesen ganzen Punkten erzogen werden,

00:11:25: weil sind wir mal ehrlich auch wieder zu uns.

00:11:28: Die Frauen haben das teilweise schon viel, viel mehr auf dem Schirm.

00:11:31: Wir sind häufig in den Beziehungen diejenigen, die die emotionale

00:11:34: Arbeit machen, die den Mental Low tragen, die die Care-Arbeit tragen.

00:11:37: Und das sind einfach Themen, die ich jetzt gerade alle thematisiere.

00:11:42: Wir sind auch noch nicht gut darin, uns diesen Raum zu verschaffen

00:11:46: und da auf den Tisch zu haren und einzufordern,

00:11:49: dass das jetzt hier anders läuft in unserer Kernfamilie.

00:11:52: Aber wir haben diese Themen immerhin schon mehr auf dem Zettel.

00:11:55: Genau.

00:11:56: Da sind wir auch schon bei dem nächsten Punkt.

00:11:58: Ich hatte es, glaube ich, schon am Anfang ein bisschen abgefrühstückt.

00:12:02: Selbst für Sorge ohne Schuldgefühle ist auch ein mikrofeministisches Thema.

00:12:08: Denn wer hat schon mal bitte den Papa erlebt?

00:12:11: Okay, ich erlebe es tatsächlich.

00:12:13: Der mit schlechtem Gewissen zum Männerabend fährt.

00:12:16: Also okay, da hat er tatsächlich kein schlechtes Gewissen.

00:12:19: Aber bei unserem Fall Felix hat ein schlechtes Gewissen,

00:12:22: seitdem er den neuen Job angetreten ist,

00:12:24: dass er zwei, drei Tage die Woche außer Haus ist.

00:12:27: Weil einfach seine Fahrtstrecke zur Arbeit so weit ist,

00:12:31: dass es sich nicht lohnt, dass er jeden Tag nach Hause kommt,

00:12:34: sondern er pennt dann bei seinen Eltern einfach,

00:12:36: weil der Arbeitsplatz in der Nähe von Wohnort seiner Eltern ist,

00:12:39: unsere Heimat.

00:12:40: So, jetzt wisst ihr alles.

00:12:41: Genau.

00:12:42: Und da hat er tatsächlich ein schlechtes Gewissen

00:12:44: und hat das auch schon mal seinem neuen Vorgesetzten gegenüber kommuniziert.

00:12:48: Als er einfach gefragt wurde, oh, wie geht es dir so?

00:12:50: Da meinte er ganz lockerlässig, ja.

00:12:52: Ich bin gerade ein bisschen traurig.

00:12:53: Es ist schon echt schade, dass ich jetzt gerade drei Tage die Woche den Kleinen nicht sehen kann.

00:12:58: Er ist ja nur einmal so klein.

00:13:00: fand ich richtig schön, dass er das geschafft hat, auch zu kommunizieren.

00:13:03: Und siehe da, sein Chef ist direkt drauf eingegangen

00:13:06: und meinte ja, du, drei Tage die Woche ist ehrlich gesagt gar nicht nötig.

00:13:10: Klar, du bist noch in der Einarbeitungszeit,

00:13:12: aber das kriegen wir bestimmt auch mit zwei Tagen die Woche hin.

00:13:15: Dann sieh doch mal lieber mehr deinen kleinen Sohn, kann er total verstehen.

00:13:19: Wie schön, oder?

00:13:20: Das zeigt, dieser Umschwung ist da.

00:13:23: Also, wir müssen nur, nicht nur zugreifen,

00:13:28: wir müssen auch selbst an uns arbeiten,

00:13:30: aber wir müssen auch schaffen, in die Kommunikation mit der Außenwelt zu gehen

00:13:34: und vielleicht auch mit diesen, wo man denkt,

00:13:36: oh, das sind alles noch so strenge eingefahrene Hierarchien.

00:13:39: Okay, Felix hat lange im riesigen Konzern gearbeitet.

00:13:42: Jetzt ist er eine kleineren Tochterfirma,

00:13:45: was ein bisschen mehr Start-up-Flair schon so hat.

00:13:48: Aber ja, lass es doch einfach versuchen, das mehr zu thematisieren.

00:13:52: Was kann passieren, es kann neigesagt werden.

00:13:54: Und bestenfalls beim nächsten Mal ja.

00:13:56: Ja, deswegen finde ich das so schön.

00:14:00: Aber wo ich hinaus wollte, eigentlich bin ich ja bei dem Thema

00:14:03: Selbstfürsorge ohne Schuldgefühle für uns Mamas,

00:14:06: sich Pausen nehmen und sie als berechtigt ansehen, nicht als Luxus.

00:14:11: Ja, ich muss sagen, wenn ich in unsere Thermadafare,

00:14:15: was ich vorhin schon erwähnt habe,

00:14:17: fühlt sich das wie absoluter Luxus an,

00:14:21: einfach weil wir alle wissen, in diesen kleinen Jahren der Kinder

00:14:25: die Bedürfnisse des Kindes stehen einfach überall.

00:14:28: Und wenn du das nicht als Priorisierst,

00:14:31: dann gibt es ein Wutanfall oder ähnliches.

00:14:34: Genau, deswegen, nur weil es sich wie Luxus anfühlt,

00:14:37: sollte es kein Luxus gut bleiben, was nur selten eingesetzt wird.

00:14:41: eingesetzt wird. Es heißt ja nicht, dass wir jetzt commercials machen.

00:14:45: wo wir wöchentlich ins Bar fahren müssen. Also why not? Wem das gut tut und wer Zeit und Geld dafür

00:14:48: hat, tut es. Aber diese Meatime sollten sich nicht als absoluter seltenfall ereignen. Also wir

00:14:57: arbeiten da auch noch hart dran, auch für uns beide. Ist das ja genau das Gleiche für Felix. Er

00:15:01: ist super involviert, genau wie ich. Da gibt es keine Unterschiede drin, außer dass er beruflich

00:15:08: halt weg ist unter der Woche, wo ich teilweise auch schon mal so einen kleinen Neid-Gedanken hatte,

00:15:14: so von wegen "Deine Abende schreibe ich mir mit, wie viele ich dafür noch habe", weil ja,

00:15:19: ist halt so, dass er die Abende, die er nicht bei uns ist, schon freigestalten kann. Ja, und deswegen

00:15:25: kann ich mir eigentlich wirklich mal merken, muss auch gar nicht so ironisch oder neidvoll sein,

00:15:30: kann ich auch wirklich mehr für mich einfordern. Aber es fällt mir nicht so leicht, es fällt mir

00:15:38: nicht so leicht, weil ich trotzdem immer noch, auch wenn es alles schon besser klappt, diese Gedanken

00:15:44: habe, was wenn es heute Abend nicht klappt ohne mich. Ich glaube, das prägt echt doll,

00:15:50: dieses Stillen und sowieso das Kind im Bauch getragen zu haben und am Anfang ganz, ganz doll

00:15:57: aller allererste Bezugsperson zu sein, dass dieses Wein einfach so einen krassen Stressformon-Cocktail

00:16:05: und uns auslöst und uns Frauen vor allem. Ja, aber ich arbeite daran. Also ihr merkt,

00:16:10: diese Folge ist auch mal wieder für mich, nicht nur für euch da draußen. Genau,

00:16:15: emotionale Arbeitssichtbarwachen hatte ich am Anfang schon mal ein bisschen genannt,

00:16:19: dass wir Frauen, meist diejenigen sind, die die Bücher lesen, die die Podcast durcharbeiten,

00:16:26: die wendern den Paar-Therapie-Terminen ausmachen, den Paar-Therapeut in erst überhaupt erst mal

00:16:32: ausfindig machen, ja, die oftmals auf Konflikte hinweisen, die vielleicht unter der Oberfläche

00:16:38: brodeln. Wir sind das, die diese Arbeit leisten. Und das ist nochmal on top. Wenn du stillst,

00:16:45: gestillt hast, gibt es mittlerweile Studien zu, ist ein Fulltime-Job, Kinderbetreuung ist ein

00:16:51: zweifacher Fulltime-Job. Also dann kommt noch die emotionale Arbeit dazu, die Kehrarbeit,

00:16:57: die Hausarbeit, also seht mal bitte, was wir alles leisten. Und das darf auch auf den Tisch

00:17:04: gebracht werden. Deswegen kann ich nur empfehlen, berufe mich nochmal auf Equally, hört da gerne

00:17:11: in die Folgereien, da thematisieren wir das auch nochmal mehr, was das für Tests sind,

00:17:15: die man wirklich mal mit seinem Partner, seiner Partnerin ausfüllen kann, wo wirklich mal ganz

00:17:20: klar auf den Tisch gebracht wird, welche Aufgaben von wem erledigt werden und wie vielleicht so

00:17:28: diese Gewichtung innerhalb dieser Beziehung ist. Und dazu gehört auch emotionale Arbeit, was ich

00:17:32: gerade schon hier erwähnt habe, auch diese ganzen Erziehungsratgeber, Geburtsvorbereitungskurse.

00:17:39: Da gibt es ja oft dann so ein Papperteil, wo mindestens der Vater involviert sein sollte.

00:17:45: Aber bestenfalls sollte auch der restliche Teil vom Vater übernommen werden, vom

00:17:50: werdenden Vater. Und ja, wie kommt man an den Punkt, dass Männer das auch eigenständig machen?

00:17:57: Habe ich noch keine Antwort für. Also das ist tatsächlich der krasseste Aspekt in unserer

00:18:05: Beziehung noch von Felix und mir, den ich übernehme, muss man ganz klar so sagen.

00:18:08: Was letztens schön war, muss ich sagen. Ich glaube, darüber habe ich auch noch gar nicht

00:18:12: erzählt. Da war so ein Kita-Vortrag bei uns. Unser Kita hat das öfter mal. Da gab es so eine

00:18:17: Reihe Vier-Vorträge über die Autonomiefasen. Er war bei einem der Vorträge dort und kam danach nach

00:18:23: Hause und meinte, du, ich muss dir echt mal sagen, krass, was du alles zu nehmen bei Leistest,

00:18:28: weil andere Eltern haben da Dina vier Seiten voll mitgeschrieben und ich muss sagen,

00:18:33: ich wusste das alles schon, weil du hast mir da alles schon drüber erzählt und ich will echt mal

00:18:38: Danke sagen für diese zusätzliche Arbeit, die du leistest. Und das tat echt richtig gut,

00:18:43: das mal zu hören. Und ich glaube, das ist auch so vielleicht der erste Schritt in diese Richtung,

00:18:48: das anzuerkennen und wertzuschätzen, weil Felix sagt immer, ja, du liest einfach so viel schneller

00:18:53: als ich und dich interessieren diese Themen so sehr. Ja, stimmt auch irgendwie. Dafür macht

00:19:00: eher mehr unsere Finanzen, kann ich nur sagen, weil Kryptowährungen, ETFs, Sparpläne und Co.

00:19:06: interessiert mich nicht so sehr, obwohl ich damals den Kurs von Madame Moneypenny auch gemacht habe,

00:19:10: weil mich das zum nächsten Punkt überleitet. Finanzielle Unabhängigkeit ist auch ein

00:19:17: mikrofeministisches Thema im Alltag und ich weiß nicht, wie ihr als Familie da zu Hause aufgestellt

00:19:22: seid. Bei uns war ganz klar, sobald wir in die Gründungsphase einer Familie gehen, gibt es

00:19:29: gemeinsame Konten. Also wir hatten bis dato, wir haben ja schon länger zusammen gewohnt und hatten

00:19:35: gemeinsames Konten für Miete, Einkäufe etc., aber hatten trotzdem immer noch unsere eigenen

00:19:40: Konten und irgendwie fand ich das auch immer wichtig. Hätte ich auch so bei Madame Moneypenny

00:19:44: gelernt, ich habe vor Jahren, ich glaube vor fünf Jahren oder so den Kurs gemacht, kann ich sagen,

00:19:47: ob das immer noch ihre Empfehlung ist. Finanzielle Unabhängigkeit der Frau,

00:19:51: auf jeden Fall, das ist ja ihr größtes Thema überhaupt. Aber ich muss sagen, ich finde es

00:19:55: gar nicht so wichtig, dass wir eigene Konten haben, weil mir ist wichtiger, dass es unser

00:19:59: gemeinsames Geld ist, anstatt jetzt immer noch. Sind wir mal ehrlich? Heute ist hier Tag der Ehrlichkeit.

00:20:04: Wir sind eh die meiste Zeit zusammen unterwegs und ich habe keine Lust, wenn er dann mittags zum

00:20:10: Beispiel beim Job in die Kantine geht oder auswärtsessen geht, dass das dann abgerechnet

00:20:15: werden muss. Weil ich finde, den Gedanken sind super schön, wir sind jetzt eine Familie,

00:20:19: wir sind eine Einheit, wir sind ein Team. Da muss jetzt nicht noch hin und her gerechnet werden.

00:20:24: Mein Friseurtermin ist aber teurer, aber dafür gehst du dreimal mehr auswärtsessen, weil

00:20:29: du ein Job auswärts ist. Nee, muss meinetwegen nicht so sein. Dafür habe ich mich auch stark gemacht,

00:20:35: weil Felix das gerne so ein bisschen noch getrennt gehandhabt hätte. Aber wir sagen jetzt mittlerweile

00:20:40: beide, für diese Lebensphase, in der wir gerade sind, passt es für uns so am besten. Und wir haben,

00:20:45: wie gesagt, einfach nur noch ein gemeinsames Konto. Wir machen auch unsere Sparpläne

00:20:49: gemeinsam, das ist auch alles gemeinsames Geld. Unsere Altersvorsorge und Co. Aber was wir

00:20:56: unbedingt machen müssen, wir müssen das nochmal berichtigen, falls ihr ein besseres Wort dafür

00:21:02: habt, per Testament und Vorsorgevollmachten etc. pp festhalten, weil wir sind ja nicht verheiratet.

00:21:08: Und das ist glaube ich ein Problem, dass es darüber nichts Schriftliches dokumentiert gibt,

00:21:14: wer was besitzt, wem was gehört, weil diese Konten sind teilweise auch auf unterschiedliche

00:21:20: Namen zugelassen. Und auf dem einen Konto liegt natürlich mehr Geld als auf dem anderen und

00:21:25: stellt euch mal vor, was passiert, dann wird das wahrscheinlich trotzdem alles einfach nach

00:21:29: Namen, Gütertrennung, was weiß ich gemacht. Darauf hätte ich auch mal mega Bock, vielleicht eine

00:21:34: Anwälte mit diesem Fachgebiet irgendwie reinzuholen. Was da vielleicht wichtig wäre, auch Ehevertrag

00:21:39: und Co. finde ich auch mega wichtig. Keine Ahnung, wann wir heiraten werden, überhaupt werden,

00:21:46: aber das sind Themen, die habe ich auf jeden Fall auch auf dem Tisch. Genau, so viel dazu. So,

00:21:52: ich habe noch zwei ganz wichtige Punkte, die ich unbedingt hier noch erwähnen möchte, weil wir

00:21:56: sind schon relativ am Ende dieser Solefolge angelangt. Schwesterenschaft, ganz ganz wichtiges

00:22:03: Thema. Es gibt so viel Marmsplaining und ich weiß nicht, was für böse Begriffe es dafür noch

00:22:10: gibt. Pikmi Girls zum Beispiel, finde ich auch ganz schlimm, habt ihr schon mal davon gehört? Ich ja,

00:22:15: finde ich ganz schlimm. Kann euch gleich mal ein Beispiel dafür geben, aber ich will erst noch

00:22:19: mal ausholen, was ich an Schwesterenschaft so toll finde. Wie gut tut es bitte, wenn du irgendwie

00:22:24: überfordert bei DM bist und du dein Kind im Einkaufswagen sitzen hast, was irgendwie laut

00:22:30: rumbrüllt und irgendwie, was weiß ich, diese Mandelpackungstüte zum rascheln haben will. So,

00:22:36: das sind klassische Situationen bei uns. Und du dann einfach so einen, ah, vier Justistel,

00:22:41: Blick von irgendwem bekommst oder keine Ahnung, sogar angesprochen wirst, muss eigentlich gar nicht

00:22:46: sein oder vielleicht noch noch kurz gesagt bekommst, ja, kenn ich auch oder ja, irgendwie so in der

00:22:52: Art, wie gut tut das bitte, anstatt noch von irgendwem diesen Zungsschnallz hat zu kriegen oder

00:22:59: dieses Störnruhenzellen. Sie hat ihr Kind nicht im Griff, muss gar nicht unbedingt von einer anderen

00:23:04: Mutter sein, aber im positiven Sinne kann es gerne von einer anderen Mutter sein, weil wir sitzen

00:23:09: noch alle im selben Boot. Egal auch welche Generation, auch wenn du kein Kind hast, es tut doch einfach

00:23:15: so gut, wenn wir empathisch und liebevoll miteinander umgehen und uns lieber verbünden,

00:23:21: anstatt diese Rivalitäten aufzubauen, dieses Marmsplaining häufig anzuwenden, dieses Verurteilen

00:23:28: anderen gegenüber, vielleicht auch mal mehr bei sich selbst hinzuschauen, weil warum machen wir

00:23:32: das, wenn unser selbst wert gering ist, wenn wir uns selbst schlecht fühlen, vielleicht auch in der

00:23:36: Art und Weise, wie wir erziehen, wenn wir uns selbst überfordert fühlen, mehrere Male am Tage und

00:23:42: vielleicht uns selbst infrage stellen, es uns dann aber bereichert, wenn wir sehen aber anderen

00:23:47: läuft es auch nicht und uns dann lieber über die Stellen durch dieses Zungsschnallz, Augenrollen,

00:23:53: etc. Marmsplaining im besten Fall noch, noch ein Satz mitgeben, ja, mach's doch mal lieber so und so.

00:23:58: Ja, pia, lasst uns das mal auf der Zunge zergehen und mal ein bisschen mehr mitnehmen, denn ich weiß,

00:24:08: wie gut es tut, wenn einfach jemand da ist im Alltag und vielleicht auch nicht mehr bei mir ist das

00:24:13: nämlich so, ich habe teilweise an schlechten Tagen, wenn es mir nicht so gut geht, in den Tagen,

00:24:17: bevor ich meine Periode bekomme, bin ich eh so ganz dünn heute und möchte am liebsten gar nicht in

00:24:23: soziale Kontakte gehen, weil mich soziale Kontakte häufig unsicher fühlen lassen. So eine Einkaufssituation

00:24:29: mit Kindern ist immer unberechenbar und wenn ich aber wüsste und immer wieder positiv bestärkt

00:24:35: werden würde durch diese Schwesternschaft, die man einfach mit Frauen oder auch mit Müttern mehr

00:24:40: aufbauen könnte, dann würde ich glaube ich bestärkt in diese Alltagssituation gehen. Das

00:24:45: wird doch super schön. Genau und ich wollte noch unbedingt "Pick me girl" beschreiben, weil ihr kennt

00:24:50: doch sicherlich auch die Mamas oder Frauen, die immer sagen, ich kam schon immer viel besser

00:24:57: mit Männern klar, Frauen sind viel anstrengender oder, nee, ich bin nicht so eine Mama, die

00:25:04: rumstressst, mein Mann darf dreimal die Woche zum Fußball gehen. Solche Sachen, wo man sich einerseits

00:25:10: über diese Sätze als die Frau klassifiziert, die total lässig, total entspannt ist, also auch noch

00:25:19: von wegen "Hey, ihr könnt mir zu, pick me, wählt lieber mich" anstatt die stressige Frau,

00:25:24: wobei dabei gar nicht berücksichtigt wird, wie das entstanden ist, dass Frauen als die anstrengenderen,

00:25:31: stressigeren Personen in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden, weil sie einfach auch so

00:25:37: viel mehr unsichtbare Arbeit leisten und deswegen ist es nicht sinnvoll, wenn man sich mit diesen

00:25:43: Aussagen auch noch irgendwie über seine Schwestern stellt. Wisst ihr, was ich meine? Ja, um dann

00:25:50: vielleicht noch irgendwie interessanter für Männer oder für andere Menschen zu wirken, wenn man

00:25:56: sich ja über diese erhebt und sagt, ich bin gar nicht stressig, dabei vielleicht doch ins

00:26:01: geheimfass, ins Burnout-Rend, weil wir haben alle diesen Stress auf irgendeine Art und Weise. Ja,

00:26:06: okay, ich hoffe, ihr habt verstanden, was ich sagen will. So, und der letzte Punkt. Nein, sagen,

00:26:12: lernen. Das kann ich mir auch auf die Stirn kleben, weil daran bin ich richtig schlecht immer noch.

00:26:18: Ich bin so eine klassische Pipelpleaserin auch immer noch, die möchte, dass gut über sie gedacht

00:26:23: wird, die auch immer noch ihren erlernten, weiblichen, Rollen-Anforderungen gerecht sein möchte,

00:26:31: auf jeden Fall im Unterbewusstsein und lieber schnell "Ja" sagt als "Nein", weil dann könnte

00:26:35: jemand ja mich für unbequem, anstrengender halten. Und ich übe immer, immer wieder zu sagen, ich

00:26:44: überleg's mir, wenn mir eine Frage gestellt wird, ich überleg's mir, gib mir noch ein bisschen

00:26:48: Zeit und zum drüber nachdenken. Ich melde mich morgen bei dir. Das hilft mir richtig gut und

00:26:53: vor allem diese Dinge, um die ich gebeten werde, lass es auch keine Ahnung, das fünfte Geburtstagsessen-State.

00:27:03: In manchen Monaten ist das ja so, dass da so viele Geburtstage oder Dinge in einem Monat fallen.

00:27:08: Die Einladungen häufen sich und es artet irgendwie in Stress aus und ich bin diejenige,

00:27:13: der dann schnell "Ja" sagt. An sich ist es ja auch schön, aber wenn ich dann zum Beispiel mit

00:27:17: Felix noch mal in Ruhe drüber spreche, kommt mein wahrer Spiegel, der mir vorgehalten wird, der

00:27:22: mir sagt, das wird wieder nur in Stress ausarten und du bist diejenige in unserem Konstrukt,

00:27:26: die am wenigsten diesen Stress ab kann. Überleg sie doch bitte noch mal, frag dich doch bitte

00:27:30: mal, was deine wahren Bedürfnisse sind, wenn du schon auf drei Geburtstagen, vielleicht sogar an

00:27:35: zwei Wochenenden warst. Ja, vielen Dank auch da wieder, Felix. Wir ergänzen uns doch in vielen

00:27:41: Punkten. Sehr gut muss ich sagen. Genau, ja, das Nein sagen lernen ist so wichtig für mich,

00:27:47: auch um meinen eigenen Perfektionismus abzulegen, meine eigene innere Kritikerin, eigene innere

00:27:54: Perfektionisten. Kennt ihr wahrscheinlich auch? Es glaube ich niemand ganz frei von. Wenn doch,

00:28:01: kommt her, erzählt mir hier im Interview gerne, wie ihr es gemacht habt oder ob es einfach schon immer

00:28:06: so war, ob ihr so aufgewachsen seid. Ich habe das leider ziemlich verinnerlicht. Ja, und da ist

00:28:13: glaube ich Nein sagen lernen. Ein guter Schritt in die richtige Richtung. Okay, ihr Lieben,

00:28:18: das war es mit der Folge Mikrofeminismus für uns Mamas, für mehr Freiheiten im Alltag, die man

00:28:26: sicher doch irgendwie mehr oder weniger hart erkämpfen muss. Ich hoffe, die Folge hat euch was

00:28:32: gebracht, hat euch Spaß gemacht mir zuzuhören. Könnt ihr euch vielleicht in den einen oder

00:28:38: anderen Punkten wiedererkennen und wenn ja, dann hinterlasst doch gerne eine positive Bewertung

00:28:43: dort, wo auch immer ihr hier zuhört beim MamaTalk Podcast, ob es bei Spotify ist, abonniert uns

00:28:49: gerne, gibt uns eine fünf Sterne Bewertung, hinterlasst einen Kommentar. Interaktion ist nämlich

00:28:54: Key in dieser Social Media Welt. Das bewirkt einfach mehr Reichweite, dann können die Themen, die ihr

00:29:01: gerne hört, meinen Input hier mit mehr Menschen geteilt werden und ja, für uns wird es auch

00:29:07: einfacher, tolle Gäste*innen einzuladen und ja, ihr würdet mir da einen sehr großen

00:29:13: Gefallen tun. Ich danke euch und bis zum nächsten Mal eure Mella.

00:29:18: MamaTalk, der Podcast von Mamas für Mamas. Eine Antenne Niedersachsen-Produktion.

00:29:24: und das war's.

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